Silvester – oder Pauls Hand

Der Ärger über die aus meiner Sicht völlig unsinnige Silvesterballerei hat mir eine kleine Ballade (ein Versuch) in die Feder getrieben:
Silvester – oder Pauls Hand
Frei nach Otto Ernst

Krachen und Heulen und berstende Nacht,
Dunkel und Flammen in rasender Jagd –
Ein Schrei durch die Menge!

Und brennt der Himmel, so sieht mans gut.
Eine Hand auf dem Asphalt! Noch fließt das Blut.
Nun schnappt sichs der Hund.

Der Vater siehts – Entsetzen im Gesicht
schreit er: „Verfolgt den Hund;
Wir müssen ihn haben.“

Die Mutter reagiert – fasst sich ein Herz:
„Ich hol die Hand – lindere du den Schmerz!“
Sie eilt zu dem Hunde.

Der Vater stürzt – den Sohn zu umarmen;
„Mein großer Gott – so habe Erbarmen,
Mein Sohn, mein Paul!“

Ein Mann aus der Mitte – das Handy dabei!
Wählt mit zitternden Fingern: 112.
„Wo sind Mutter und Kind?“

Die Mutter entreißt dem gefräßigen Maul
Finger und Hand ihres Sohnes Paul.
„Hier!“ Ein Schrei durch die Nacht.

Blaulicht und Horn künden Rettung an.
Die Hilfe das Rennen mit der Zeit gewann.
Sie sind es! Sie kommen!

Ein paar Tage später, die Hand ist wieder ganz
Silvesterböllern verlor seinen Glanz.
„Mit dem Unsinn ist Schluss!“

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